Kalmien
Posted by Conny at 23:13 0 Comment Print
Kalmien Sorten
Nach der Beschreibung der Wildarten ein Überblick über die züchterische Entwicklung. lnzwischen findet sich in den Baumschulen eine große Anzahl von Kalmien Arten.

Kalmien gelten immer noch als schwierig und extrem teuer. Beides zu Unrecht, aber beides hat auch Ihre Ursache. Die liegt in der Züchtung und vor allem in der Vermehrung. Bisher ist es nur wenigenansässigen Baumschulen gelungen, eine wirtschaftliche Stecklingsvermehrung der Kalmien durchzuführen. Die meisten neuen Sorten in Europa gehen auf Mikrovermehrung aus den USA zurück. Es dauert immer noch recht lange, bis diese Winzlinge aus dem Labor zu einer bei uns verkäuflichen Gärtnerware herangewachsen sind. Dies ist eine der Ursachen, dass die vielen hochinteressanten interessanten Kalmiensorten noch nicht zum Standardsortiment im Gartenbau gehören.

Mit der kontrollierten Züchtung ist das ebenfalls so eine bedenkliche Sache. Der reife Pollen wird blitzschnell bei Berührung aus dem Staubbeutel geschleudert. Wer hier etwas für die gezielte Handbestäubung gewinnen will, muss schon ziemlich geschickt sein. Erfolgreich ist eine Fremdbestäubung nur, wenn man die Natur einwenig schlau überlistet. Bei der erstgenannten Sorte, Kalmia Latifolia ‘Splendens’, handelt es sich somit auch nicht um eine Kreuzung, sondern um eine Selektion, die 1890 von der Baumschule Veitch & Sons erstmals präsentiert wurde, Die Sorten ‘Clementine Churchill’ und ‘sheffield Park’, ebenfalls mehrere Selektionen, entstanden 1952 ebenfalls in Großbritannien.

Danach wurde es lange Jahre still um die Kalmiensorten. Im Ursprungsland, den USA, wurden gelegentlich Formen selektiert und benannt. Und in den USA wurde – zunächst durch Selektionen – die Grundlage für ein interessantes Sortiment geschaffen. Es begann mit Personen, die wir ebenfalls dort aus den Anfängen der Rhododendron Züchtung kenne n: 197 2 wurde die Sorte ‘Ostbo Red’ von John Eichelser benannt. Selektiert hat sie Endre Ostbo so circa um 1940 aus Beständen von Charles Owen Dexter. ‘Ostbo Red’ gehört
heute zu den Klassikern bei den Kalmiensorten und fehlt in kaum einer Gärtnerei. Auch David Leach und Edmund Mezitt haben durch gezielte Selektion neue Kalmiensorten geschaffen. Edmund Mezitt hat mit großer Wahrscheinlichkeit als Erster kontrollierte Kreuzungen
durchgeführt.

Ab etwa 1970 gab es eine deutliche Veränderung: Waren bislang nicht mehr als 20 Sorten – fast ausschließlich Selektionen – bekannt, so steigerte sich die Zahl innerhalb der nächsten 25 Jahre auf beinahe 80. Eng verbunden ist diese Entwicklung mit dem Namen Richard A.
Jaynes. Er führte seit 1961 gezielt Züchtungen durch. Sein Programm von Züchtungenn mit Kalmia latifolia über mehrere Generationen begann 1963. Die ersten hierdurch entstandenen Sorten sind ‘Nipmuck’ und ‘Quinnipiac’, die 1976 selektiert und benannt wurden. Am Anfang seiner Arbeit stand eine Kreuzungsreihe aller Wildarten untereinander Die Ergebnisse wurden analysiert und dohumentiert. Für die aktuellen Gartensorten sind bislang jedoch hauptsächlich die Kreuzungen innerhalb der Art Kalmia latifolia von Bedeutung.

Eine Kuriosität, die in der Literatur immer wieder auftaucht, ist die intergenetische Kreuzung zwischen Kalmia latifolia und Rhododendr on williamsianum. Ein Foto dieser Pflanze mit dem bezeichnenden Artennamen ‘No Suchianum’ ist an verschiedenen Stellen veröffentlicht worden. Mittlerweile haben genetische Untersuchungen in dieser Pflanze ausschließlich Erbmaterial von Rhododendron nachgewiesen.



