Zwetschkenbäume
für den Haus- und Kleingarten
Sofern die Somererarbeiten im Pflanzjahr wie beschrieben erledigt wurden, kann im Winter nach dem 1. Standjahr in der Regel auf weitere Schnittmaßnahmen verzichtet werden. Bei einem zügigen Wachstum im Pflanzjahr = 1. Jahr haben sich oft an dem nicht angeschnittenen Mitteltrieb viele kleine Seitentriebe mit einer Länge von 5-30 cm gebildet
Für den Praktiker interessant ist dabei, dass diese Triebe waagerecht aus der Mitte ausgetrieben haben. Somit brauchen diese auch nicht gebunden oder zumindest derzeit auch nicht geschnitten werden. Sollten gewisse Maßnahmen im Sommer nicht durchgefuhrt
worden sein, so sind diese jetzt nachzuholen. Als bester Zeitpunkt ist dabei die Zeit kurz vor oder während des Austriebes. Im ,,richtigen” Winter sollte an den jungen Steinobstbäumen kein Schnitt durchgeführt werden. Der Schnitt in der sogenannten Vegetationszeit fuhrt immer zur besseren Wundverheilung und zu weniger Infektionen. Übrigens die alte Methode des ,Weißelns” des Stammes ist immer noch interessant, wenn es darum geht, den Stamm vor Rindenrissen und anschließender Wundinfektion zu
schützen. Sehr gut bewährt hat sich ein Anstrich mit lösungsmittelfreier Fassadenfarbe und ein Zusatz von 2-30/o eines Kupfermittels.
Steil abgehende einjährige Triebe werden entfernt. Ständertriebe mit einer Länge über 30 cm werden ganz oder über einen ca. 5 cm langen Zapfen entfernt. Diese treiben meist wieder aus und bilden dünnes Fruchtholz. Der ,,Zapfenschnitt” ist wie bereits beschrieben nur bei Sorten notwendig, welche zu Verkahlung neigen (Cacaks Fruchtbare, Hanita, President, Katinka). Sollten sich im Pflanzjahr bei den vorhandenen Seitentrieben steile Abgangswinkel enger als ca. 40o oder bereits zu dicke Aste entwickelt haben, so sind sie jetzt herauszunehmen. Bei günstigem Blühwetter kann im Jahr nach der Pflanzung bei fruchtbaren Sorten schon eine kleine Ernte mit 2-5 kg Ertrag je Baum (ausnahmsweise bis 8 kg!) heranwachsen. Die meisten Fruchte hängen hierbei an der Mittelachse im oberen Drittel. Dies fuhrt oft zu einem Abkippen der Mitte, was nicht gewünscht ist, da diese in dieser schrägen Stellung bleibt. Es ist zwar möglich, einen weiter unten stehenden steilen Trieb wieder als neue Mitte zu verwenden, jedoch
verhindefi die abgekippte Mitte den Aufbau eines gleichmäßig pyramidalen Baumes. Bei guten Ertragserwartungen im 2. Jahr ist es deshalb sinnvoll, die Mitte entweder kurzfristig mit einem Bambusstecken zu fixieren oder beim Abkippen derselben den Efirag durch Auspflücken oder Wegreißen des ,,Kopfes” zu entlasten.
Bei Sommerrissarbeiten Anfang Juni sollten wie im Pflanzjahr die jetzt schon stärksten Ständertriebe und eventuell Konkurre nztriebe herausgerissen werden. Lange Basisäste, welche den zur Verfügung stehendenPlatz überragen oder welche durch das Gewicht der Fruchte zu stark nach unten hängen, werden in ihrer Länge auf das gewünschte Maß eingekürzt. Dies geschieht immer im mehrjährigen HoIz auf einem nach oben stehenden Jungtrieb.
Schnitt ab 3. Jahr
An den Mitteltrieben erfolgt kein weiterer Anschnitt. Man lässt den Baum kurzfristig einfach ziehen. Mit der Ernte des 3. Jahres, spätestens im 4. Jahr, sollte die Mitte jedoch auf Endhöhe abgerissen oder abgeschnitten werden. Das Abreißen führt zu einer meist gewünschten Schwächung der Spitzendominanz. Schwächer wachsende Sorten können meist problemlos auf eine Höhe von ca. 3 m oder manchmal auch darunter begrenzt werden. Die besten Erfolge zeigten sich, wenn diese Maßnahme direkt bei der Ernte unabhängig von der Sorte vorgenommen wurde. Ab Anfang Juni werden im unteren Kronenbereich wieder die starken Ständertriebe ganz oder auf Zapfen herausgerissen.
Die Basis-Seitentriebe müssen spätestens jetzt auf ihre Endlänge eingekürzt werden. Dies geschieht immer in das mehrjährige Holz.
Beim Winterschnitt werden in den Folgejahren Aste, die zu steil stehen bzw. zu dick wurden (Dickenverhältnis 2:1 beachten), entweder über einen Konsolenschnitt oder über einen Zapfen mit 10-15 cm Länge herausgeschnitten. Ein Einkürzen der verbleibenden Aste erfolgt nur bei Bedarf, teilweise kann diese Maßnahme in Verbindung mit der Fruchtbehangsregulierung im Fruhjahr oder Sommer erfolgen. Ansonsten bleiben Fruchtäste, welche waagerecht oder leicht schräg nach oben zeigen, soweit sie in die Spindelform Pyramidenform passen, ungeschnitten. Es erfolgt ein laufender Austausch von abgetragenem und hängendem
Fnrchtholz mrt ein- bis dreijährigen Fruchttrieben.
Hängendes, dünnes Fruchtholz bringt bei Zwetschken schlechtere Früchte und sollte aus dem Baum entfernt werden. Zu eng aufeinander liegende Fruchtäste werden entfernt, so dass die verbleibenden Fruchtziste genügend Licht erhalten. Die jährliche Begrenzung der Höhe auf das gewünschte Maß von 2,80-3,20 m (max. 3,50 m) steht ebenfalls im Vordergrund. Bei den meisten Sorten funktioniert dies in einem regelmäßigen Umsetzen auf waagerechtes oder leicht steigendes zweijähriges Fruchtholz, Wird dies zum Zeitpunkt des letzten Pflückganges oder bei Blühende erledigt, so wird die beste wuchsbremsende Wirkung erzielt.
