Gegen wüstenähnliche Klimaverhältnisse auf den Dachterrassen oder Balkonen mit Südlage kann man mit einem Windsegel oder einem genau angebrachten Klettergerüst als Sonnenschutz einiges unternehmen.
- Baurecht,
- Statik,
- technische Situation und
- finanzielle Möglichkeiten
setzen den gestalterischen Überlegungen aber oft enge Grenzen. Auch die Auswahl der Materialien für Boden, Geländer und Pflanzgefäße hat einen starken Einfluss auf das Kleinklima dieser Flächen. Dunkle Farbtöne und Metalloberflächen erwärmen sich leicht,wodurch es zu Wurzelschäden oder zu Verbrennungen an den Trieben der Pflanzen kommen kann.

Helle Farben reflektieren das Sonnenlicht und verstärken die ohnehin sehr starke Strahlung. Das stellt für manche Pflanzen vor noch größere Beanspruchungen als empfindsame Menschen.
- Dicke Schutzschichten aus Wachs,
- weißfilzige Behaarung und
- raue Oberflächen
erfüllen bei Pflanzen ähnliche Funktionen wie die Sonnencreme und Sonnenbrille bei uns und schützen die Blätter vor Austrocknung und Sonne. Kein Wunder, dass sich solche – meist graulaubigen – Pflanzen, die ursprünglich aus mediterranen Ländern stammen (z. B. Lavendel, Salbei), auf begrünten Dächern sehr wohl fühlen. Bei der Pflanzenauswahl darf jedoch nicht vergessen werden, dass Pflanzen auch noch andere Strategien für ein Überleben an diesen extremen Standorten entwickelt haben.
Wildpflanzen aus dem Gebirge und auf kargen Felsböschungen wurzeln zum Beispiel tief in Erdspalten, um dort Wasser und Nährstoffe zu erreichen – eine Möglichkeit, die ihnen im Blumentopf nicht zur Verfügung steht. Viele Wildblumen von trockenen Standorten nutzen die Feuchtigkeit im Frühsommer, um
- Blüte,
- Samenentwicklung und
- Pflanzenwachstum
rasch zu beenden , und ziehen dann ein (das heißt, dass alle oberirdisch sichtbaren Pflanzenteile absterben).

