Rosen – RICHTIGE ROSENPFLEGE IM HERBST
Herr Ferschich, Obergärtner von Baden, gibt einen Rückblick auf das „Rosenjahr“, spricht über vorbeugenden und biologischen Pflanzenschutz und erklärt detailliert ,was im Herbst bei der Rosenpflege genau zu beachten ist, damit die Rosen den Winter gut überstehen und im kommenden Jahr wieder üppig gedeihen.
Herr Ferschich,wie hat sich denn das Wetter im vergangenen Jahr auf die Rosen ausgewirkt? War es ein gutes oder schlechtes „Rosenjahr“?
Im Frühling und Sommer gab es heuer viel Regen bei hohen Temperaturen. Dies hat den Pilzbefall gefördert. Echter Mehltau ist besonders häufig im Juni aufgetreten. Im Hochsommer waren viele Rosen von Sternrußtau befallen
und im Spätsommer haben wir ein starkes Auftreten des Rosenrostes beobachtet.
Was kann man denn gegen Rosenkrankheiten tun?
Vorbeugen ist auch hier besser als bekämpfen! Wichtig ist der richtigr Standort , ein guter Boden sowie die Auswahl robuster Sorten bei Neubepflanzungen. Besonders robuste Beetrosen sind etwa die Sorten
- ‘Gebrüder Grimm’,
- ‘Home and Garden’,
- ‘Inspiration’,
- ‘Zonta-Club-Rose’,
- ‘Knock Out’ oder
- ‘Cassandra’.
Bei Strauchrosen habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht mit den Sorten
- ‘Shalom’,
- ‘Westerland’ und
- ‘Schneewittchen’.
In Baden läuft seit ca. einem Jahr ein Versuch zum Thema „Rosenbeete mit biologischem Pflanzenschutz und biologischen Pflanzenstärkungsmitteln“. Können Sie uns mehr darüber erzählen?
Der Versuch ist ein erstes Projekt der Aktion „Natur im Garten“ und wird mit der Universität für Bodenkultur, der Firma biohelp und der Stadt Tulln durchgeführt. Der Versuch läuft das erste Jahr, daher ist es noch zu früh, um schon über Ergebnisse zu reden.Was wir aber schon sagen können ist, dass sich der Einsatz von Nützlingen sehr bewährt hat. So wurden etwa die Florfliegen massiv gegen Blattläuse eingesetzt.
Der Winter steht bevor.Was ist nun im Herbst zu tun, damit die Rosen den Winter ausgezeichnet überstehen?
Ab dem Spätherbst, wenn der erste Frost auftreten, sollten Beetrosen auf untere Kniehöhe (ca. 40–50 cm) beschnitten werden – aus optischen Gründen, damit der Boden besser bearbeitet werden kann und um Schneebruch im Winter zu verringern. Als Winterschutz sind die Rosenstöcke anzuhäufeln und der Boden sollte mit einem Spaten oder einer Grabgabel umgegraben werden, damit er im Frühling locker ist. Rosenbäumchen müssen eingepackt werden; dies kann man mit Papiersäckchen machen, aber am besten ist alte Jute oder ein Vlies; auf keinen Fall sollten Kunststoffverpackungen verwendet werden! Bei Strauchrosen bitte die alten Hagebutten nicht abschneiden! Sie dienen einerseits als Futter für Vögel im Winter und viele Strauchrosen haben schöne, dekorative Fruchtstände, die in den Winter hinein den Garten dekorieren. Besonders schönen Fruchtschmuck haben die Rosensorte Rosa rugosa und Rosa sweginzowii macrocarpa. Und natürlich ist jetzt im Herbst auch die beste Zeit, um Neupflanzungen zu tätigen.
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