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Der Bauerngarten – Zwischen den prächtigen Tomatenpflanzen und Salatpflanzen blühen Ringelblumen, im Kräutereck duften Salbei, Thymian und der allbeliebte Oregano. Löwenmäulchen, Astern, Tagetes oder Jungfer im Grünen behaupten ihren Platz zwischen dem Gemüse. Am Zaun entfalten Sonnenhut, Dahlien oder Staudenphlox ihre pralle Blütenpracht.
Natürlich und einfach, aber genauso üppig und vielfältig – das ist der Bauerngarten. . Die vielen Blüten und der ganz individuelle Charme zeigt, dass hier mit Liebe und Hingabe an die Natur gepflanzt wird.
Bauerngärten haben eine lange Tradition
Bauerngärten haben ihre Existenz begründet in den Klöstergärten des frühen Mittelalters. Sie werden ursprünglich durch ein Wegkreuz in vier weite Bereiche eingeteilt. . Im Mittelpunkt des Gartens stand meist eine ausgesuchte Pflanze, zum Beispiel eine Rose. Mit einem inneren Rundgang wurde der Garten in weitere zwei mal vier Beete eingeteilt. Die Zahl 4 spielte in der Zahlenmystik des Mittelalters eine bedeutende Rolle. Sie symbolisiert
- Einklang mit der Natur,
- die vier Jahreszeiten oder die
- vier Elemente.
Sie nimmt auch Bezug aufdie christlichen Werte, wie die vier Evangelisten oder das Kreuz. Diese strenge formale Aufteilung übernahmen alten Bauern in ihren Gärten. Die direkte Weganlage ermöglicht kurze und direkte Verbindungen und erleichtert die Planung der Fruchtfolge und der Beeteinteilung. Viele der von den Benediktinern damals empfohlenen Pflanzen wachsen auch heute noch in den Bauerngärten. Sie zeigen den großen Stellenwert der Selbstversorgung auf dem Land. Selbst Zierpflanzen wurden als bewährte Heilpflanzen genutzt, wie beispielsweise
- Eibisch,
- Madonnenlilie oder
- Pfingstrose.
Einfachheit ist Prinzip im Bauerngarten
Zäune, welche das Weidevieh und das Wild vom Bauerngarten abhalten, sind einfach und billig, wie die gesamte fundamentale Gestaltung des Bauerngartens. Früher war auch kein Geld da , um teures oder seltenes Material zu beschaffen. Der Bauerngarten sollte auf Ertrag gestaltet werden , kein Geld verschlingen. Auch heute umgeben oft einfache, alte, schon moosige und mit Flechten bewachsene Lattenzäune den Bauerngarten. Holzzäune wurden früher ganz simpel aus ungeschälten Fichten-stämmen oder Tannenstämmen hergestellt. Diese Gartenumrandungen dienten gleichzeitig als Stütze oder Rankhilfe. Zur Beeteinfassung oder Rabattenbegrenzung werden vielerorts Haselnußstaudenruten oder Weidenruten um in die Erde geschlagene Pfosten geflochten. Zwischen den Beeten und Rabatten befinden sich einfache Wege, nur selten befestigt , manchmal sind nur lose Bretter aufgelegt. Nur die Hauptwege sind mit Sand und Kies befestigt Dadurch bilden Bauerngärten eine harmonische Einheit mit der umgebenden reinen Natur. Aufgrund der Nähe zum Haus sind Gemüse und Kräuter schnell zur greifbar
Sind Bauerngärten noch zeitgemäß?
Vieles was in den einfachen Bauerngärten seit langer Zeit praktiziert wird, ist heute wieder “in”. Mischkultur und buntes Durcheinander und jede Form von Exclusivität sind erwünscht. Die Pflanzen ergänzen sich, halten durch die bessere Ausnutzung des Platzes den Untergrund frei von „Unkräutern“, vergraulen einander Schädlinge und gedeihen dadurch besser. Selbst aussäende Sommerblumen wie
- Ringelblume,
- Schlafmohn oder
- Löwenmäulchen
dürfen zwischen den Gemüsepflanzen gedeihen , weil sie Nützlinge anlocken oder mit ihren Wurzelausscheidungen den Bodenhaushalt verbessern. Traditionelle Bauerngartenpflanzen sind robust und brauchen wenig Pflege. Eine kluge Gärtnerin kann zwischen hartnäckigen und harmlosen „Unkräutern“ wie Hirtentäschel oder Vogelmiere unterscheiden und erspart sich dadurch sehr viel Arbeit und Mühe
Gartln bringt Ausgleich
Gartln wird selten als Plackerei oder zusätzliche Belastung empfunden. Selbst alte Bäuerinnen bewirtschaften ihren Garten gerne als überschaubaren Arbeitsfläche, mit dem sie ihren Beitrag am Hof leisten können. An der Gartenarbeit schätzen die Bäuerinnen die Ernte und die Konservierung von selbst gezogenem Gemüse oder schlicht und einfach den Spaß am “Garteln.” Viele Bäuerinnen bearbeiten ihren Garten vor oder nach der Mühe im Haushalt und am Hof. Dabei lassen sich herrlich Gedanken ordnen oder Problemstellungen „beackern“. Der Garten bedeutet für sie eine Oase und eine Nische des Glücks.
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