Langsam erwacht die Natur zu neuem Leben – und der Hobbygärtner auch. Es gilt, den Garten wieder in Schuss zu bringen: Da haben sowohl die grüne Oase als auch der Mensch etwas davon, und zwar in vielerlei Hinsicht.
Ein chinesisches Sprichwort besagt, dass man sich einen Garten anschaffen soll, wenn man ein Leben lang glücklich sein will. Doch mit der Anschaffung allein ist es nicht getan, wie jeder Gartenbesitzer bestätigen wird. Denn abgesehen von der Planung des idealen grünen Refugiums, das den gestellten Ansprüchen auch tatsächlich gerecht wird, fällt das ganze Jahr über Arbeit an. Leidenschaftliche Gärtner – doch nicht nur die – behaupten allerdings, dass diese Form der körperlichen Betätigung keine Arbeit ist, sondern eine Wohltat für Körper, Geist und Seele.
Gut geplant
Eine gute Garten-Planung ist mindestens genauso aufwendig wie die eines Hauses – schließlich wollen Sitz- und Spielbereiche, Gartengerätehaus, Pool und anderes mehr so arrangiert werden, dass sowohl ansprechende Optik als auch Praktikabilität gegeben sind. Der Stil des Gartens hängt wiederum von dem des Hauses und dem Geschmack seiner Bewohner ab – und ist damit auch Trends unterworfen. “Aber natürlich ist ein Garten kein Produkt, das Jahr für Jahr einer neuen Mode unterliegt”, betont Frank Timmermann von Grünbau Jakel im Gespräch mit dem “Wiener Journal”. Kaum jemand hat Zeit, Lust und vor allem das Geld, seinen Garten Jahr für Jahr komplett umzugestalten, nur um einem Trend zu folgen. Details wie einjährige Sommerblumen oder Accessoires wie Polster sind davon natürlich ausgenommen. Timmermann sieht im Garten und seiner Nutzung gerade in unruhigen Zeiten auch einen Ruhepol, in dem man nach einem anstrengenden Arbeitstag die Seele baumeln lassen kann. Einen großen Beitrag zum Wohlfühleffekt leistet Wasser: “Nach wie vor hält der ungebrochene Boom an, Wasser in den Garten zu integrieren. War es früher ein kleiner Brunnen oder Bachlauf, so setzt man heuer auf architektonisch gestylte Naturpools, bepflanzte Wasserbecken oder kleine Wasserfälle. Hochwertige Lichtkonzepte setzen das ganze dann noch in Szene”, so Timmermann.
So wie schon in den vergangenen Jahren wird der Garten immer mehr zum verlängerten Wohnzimmer – oft auch mit Outdoor-Kochmöglichkeit mit hochwertig ausgestatteten Sommerküchen. “Und der Wohlfühlfaktor darf nicht fehlen”, lächelt der Landschaftsarchitekt wissend: “Dem bequemen Liegen und Sitzen im lauschigen Grün sind auch im Außenbereich keine Grenzen mehr gesetzt: Loungemöbel, Himmelbetten, Kuschellandschaften und vieles mehr sind fixer Bestandteil des Gartens und der Terrasse. Dabei haben die Gartenmöbel längst ihr typisches Aussehen verloren und präsentieren sich im edlen Wohnzimmer-Look.”
Voraussetzung für den Gartenraum mit Privatsphäre ist ein entsprechender Sichtschutz, der zumindest in den Hauptaufenthaltsbereichen möglichst sofort dicht und hoch sein sollte. Hier hat sich eine zunehmende Auswahlmöglichkeit bei den Materialien etabliert: Fertig geschnittene Hecken, bereits dicht efeuberankte Zaunfelder, feine Holzleisten, Metall-Lamellen oder Platten, die auch an der Gebäudefassade verwendet werden und somit die Einheit zwischen Haus und Garten hervorheben, sind nur einige Beispiele.
